… hab ich am sonntagmorgen bekommen. zunächst hat mich die eine katze (= Lucy) durch ins-ohr-schnurren, milchtreten und fellpflege (= meine haare lecken) recht früh am morgen geweckt. zu einer gewissen uhrzeit ist das relativ normal. unsere katzen raubtiere wollen uns auf diese weise liebevoll darauf aufmerksam machen, dass fütterungszeit ist. für den fall, dass wir das vergessen haben.
also bin ich in die küche gegangen und habe das katzenfrühstück bereitet. Lucy strich mir dabei unentwegt schnurrend um die beine. auch das ist normal. nicht normal war allerdings, dass es nur eine katze war. nun ja, dachte ich, die andere ist wohl auf dem balkon und hat nicht gehört, dass ich in der küche bin. aber auch, als ich ihren namen rief und sie nicht kam, fing ich an, mich zu wundern.
also bin ich auf den balkon gegangen, um sie zu suchen. unter den liegestühlen war sie nicht. auch nicht hinter dem blumenkübel. oder auf der balustrade neben demm blumenkasten? nein, keine katze. bis … achduje … ich den blick nach oben richtete. die katze saß oben auf der vergitterung, die den balkon alcatraz-artig umgibt und die katzen vom herunterfallen bewahren soll. wie zum kuckuck ist sie da raufgekommen? das gitter war noch komplett unversehrt. kein loch. kein riss. kein schlupfwinkel.
nun stellte sich mir die frage, wie ich die katze wieder von der vergitterung runter bekomme. feuerwehr rufen? dauert zu lange. also: vergitterung einreißen. gedacht, getan. mit zittrigen händen und schweiß auf der stirn habe ich in windeseile ein loch in das gitter fabriziert. die katze hatte es sich derweil anders überlegt und ist ans andere ende des gitters geklettert. *schwitz*. neues loch am anderen ende gemacht. katze gepackt und trotz gespreizter krallen, miaue und gezeter katze durch das loch gezerrt.
mein herz pochte mindestens so schnell wie das ihre.
die katze ist dann mit aufgestelltem schwanz zum frühstück getrippelt. und ich hab mich erst mal wieder hingelegt.