ob dieser bond nun ursprünglicher und näher an der buchvorlage von ian flemming ist oder nicht, eins ist er auf jeden fall: brutaler, weniger galant oder charmant, körperlicher als jeder bond (film) davor.
es ist so manches anders in diesem james bond film. hat sich bond früher mit seinem widersacher physisch auseinander gesetzt, dann war weder der smoking verrutscht noch das haarteil die frisur. daniel craig dagegen erinnert eher an axel schulz, nachdem er aus dem ring gestiegen ist.
früher mussten die bond-girls halb nackt durchs bild gelaufen, dieses mal ist es bond selbst, der halb nackt durchs bild läuft. was eigentlich nicht schlimm ist - allerdings sieht er doch ein kleinwenig aufgepumpt aus. und so prügelt sich james daniel craig bond durch diesen film, verliert auch mal sie contenance (was uns zuschauern offenbart, dass es ihm in wirklichkeit offenbar egal ist, ob sein martini gerüttelt oder geschwenkt ist) und verliebt sich doch ernsthaft in eine frau, die ihn am ende - naja, logisch, schließlich ist und bleibt er ein einzelgänger - verlässt.
diesmal gibt es keine miss moneypenny, keinen Q, keine uhren aus denen sich in sekunden atomschutzbunker entfalten oder kugelschreiber, die mit stinger raketen ausgestattet sind, kein superflitzer, der sich in ein u-boot verwandelt. nur ein defibrillator im handschufach. das einzige gadget, das diesmal benutzt wurde, war ein sony ericsson handy, mit dem - wie einfallsreich - sms und bonds vitaldaten verschickt wurden.
also der “alte” bond in gestalt von pierce brosnan oder jean connery, der mit selbstironie und eloquenz die bösewichter der welt besiegte, dabei immer gut aussah und dem es höchsten beinahe an die … (na, ihr wisst schon) … ging und nicht wie diesem james bond doch sehr direkt, ist mir lieber.
ich bin mal gespannt, wie der nächste james bond wird.